WIR KLERUS – MÄNNER

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                             20090301      Kategorie: LYRIK

006:   WIR  KLERUS – MÄNNER           

               1

Mit Bewunderung und ein bisschen Neid

erkennen wir, wie anerkannt ihr seid,

ihr ehrenvollen Männer unserer Partnerreligion!

               2

Geachtet und gefürchtet sind eure Imame,

niemals angezweifelt ist eure Rechtssprecherei.

So hoch angesehen möchten wir auch wieder sein.

               3

Vielleicht sollten wir uns irgendwie zusammentun,

zunächst einmal nur mit Spiritualität und Dialog.

Da reden wir herum, über was und wie wir wollen.

               4

Es kommt dabei ohnehin niemand so richtig mit,

nicht einmal wir selbst verstehen, was wir sagen.

So können wir auch nie in Streit geraten.

               5

Stärkung der allgemeinen religiösen Wahrheit,

Bekämpfung des Unglaubens und des Frevels.

Das sollen Themen unserer interreligiösen Arbeit sein.

               6

Ihr habt es besser als wir katholischen Kleriker,

denn euer Allah ist ein adulter, autokratischer Gott,

vor dem alle Gläubigen fortwährend erzittern.

               7

Ein Restzittern gelangt stets bis hinunter zu euch,

das muss euch wohl eine immense Lust bereiten.

Doch wir, wir haben nur den ewig pubertierenden Jesus.

               8

Sehr lästig wird uns der seit längerer Zeit.

Was der in seiner Bergpredigt dahergeredet hat,

damit machen wir uns schon mehr als lächerlich.

               9

Bei euch hat er doch ohnehin Prophetenstatus.

Mit seinen gewagten und unausgegorenen Ideen

ist dieser Rang für ihn sicher mehr als gut genug.

              10

Bei unserem künftigen Vereinigungskonzil in Mekka

werden wir Klerus - Männer unserer beider Religionen

feierlich, ehrfürchtig und inbrünstig uns niederknien.

               11

Auf den Teppichen beugen wir uns dann tief hinunter,

so tief, bis zwangsläufig, langsam, sanft und zart

unser aller Männersäcke werden nach oben gezogen.

               12

Somit wird unsere Männervereinigung vollzogen sein.

Da auch an unserem allerhöchsten Gotteswesen

fest dranhängt so ein hochverehrtes kleines Ding,

               13

beweist sich auch zwangsläufig unsere Höherstellung

über die sündvolle weibliche Hälfte der Menschenwesen,

die es verweigerte, dieses göttliche Stück zu besitzen.

                                       *

   

4 Antworten zu „WIR KLERUS – MÄNNER“

  1. Jacques Auvergne sagt:

    Bravo, das musste einmal gesagt sein.
    Geistreich und religionskundig,
    dem Finder dieser islamkritischen Poesie
    macht kein machtgeiler Theokrat etwas vor.

    Geil deutet bereits auf sexuelle Herrschaft,
    und auch darum geht es seit Jahrtausenden,
    wenn auch sehr unterschiedlich: Um die
    Macht der Männer über die Frauen. Der
    unsichtbare Geist-Gott hat den Vorteil,
    nicht (oder vielmehr: Nicht mehr)
    durchschaut zu werden. Holzgeschnitzte
    Macho-Götter sind sozusagen ehrlicher,
    zumal das göttliche Weib nicht selten
    daneben steht.

    Die Lüge mit dem Sündenfall, man muss
    sie ‘rückwärts lesen’, man muss die
    Beschuldigung gegen Eva in Frage stellen,
    die fortan dem Adam die Führung
    zuerkennt und den Leib und die
    (angeblich unmännliche?!) Sinnenlust
    der Eva mit ‘allem Übel der Welt’
    zu einem kaum durchdenkbaren Amalgam
    verrührt. Im Vergleich zur Scharia
    (Hadithe) ist der jüdische Mythos
    allerdings noch rührend simpel.

    Islam! Der ausgelöschte Frauenleib unter
    Tschador und niqab (Gesichtsschleier)
    lässt die Gottheit, sie mag so
    unsichtbar sein wie sie will,
    in jener anthropomorphen Weise zu
    der wir (gesunderweise, götterseidank)
    gezwungen sind, nur als maskulin zu.
    Und völlig zu recht ließe sich,
    frei nach Arouet8,
    Allahs ‘bestes Stück’ als das
    männliche Geschlechtssteil
    benennen. Das sexualmagisch
    herausgeputzt werden muss,
    mit Narben, Tätowierungen
    und Angstbesetzten Riten,
    wie Bruno Bettelheim und
    Sigmund Freud analysierten:

    Männliche Genitalmutilation,
    das absolute Tabuthema, die
    neue Geburt (den Geburtsvorgang
    aus dem Weib überhöhend,
    ‘überflüssig machend’).

    Ein Ex-Muslim ist erst dann
    Ex-Muslim, wenn er auf die
    Routine-Beschneidung an seinen
    männlichen Kindern und Enkeln
    verzichtet. Auch den säkularen
    Muslimen ist dieses abzuverlangen.
    http://jacquesauvergne.wordpress.com/2007/11/04/010/

    Mein großes Lob für die
    Entdeckung, dass – und: Warum –
    die Kleriker dem sexualpolitischen Kult
    namens Islam zu huldigen begonnen haben.

    Ein wichtiges Gedicht, mögen es viele
    Menschen lesen, gerade auch in den
    beiden Großen Kirchen. Die Weise der
    Islamanbiederung, Islambeschönigung
    überschreitet längst jeden Anstand.

    Kleriker entschuldigen sich in Kirchen
    beispielsweise für die Kämpfe um
    Istanbul 1453 unter denen die
    irgendwie bedauernswerten, edlen
    Türken zu litten gehabt hätten und mit
    denen die Christenheit schwere Schuld
    auf sich geladen hätte – der Mann
    war nicht willens oder nicht in der Lage,
    zu sagen, dass die Armee des Sultans
    Mehmet doch schlicht kleptomanisch
    handelte.

    Naja, Islam ist Kleptokratie,
    die Kirche will im Jahrhundert
    der Islamisierung Europas,
    sprich im 21. jahrhundert,
    ein paar Münzen Diebesbeute
    einkassieren.

    Klerikales christliches, dabei
    wirklichkeitsblindes ‘Wunschdenken’
    kritisieren etwa
    Hans-Peter RADDATZ
    („ALLAHS FRAUEN: Djihad zwischen
    Scharia und Demokratie“) sowie
    Islamkennerin
    Ayaan Hirsi Ali
    http://www.diversity-boell.de/web/integration/47_372.asp

    Man sollte das Gedicht
    WIR KLERUS-MÄNNER,
    so, wie die Legende über
    Martin Luther erzählt,
    nachts an der Kirchentür
    festnageln – wenn man
    den Kirchen überhaupt noch
    etwas Wahrhaftigkeit wünscht
    beziehungsweise etwas
    Lernfähigkeit zutraut.

    An letzterem habe ich manchmal
    Zweifel, die Pfarrer und Pastoren
    sind inzwischen oft noch etwas
    islamverliebter als es die
    Imame selbst sind!

    Den in ihre Religionen
    eingesperrten Menschen
    sollte man Echtheit und
    Erkenntnis wünschen.

    Wahrhaftigkeit und Lernfähigkeit,
    Aufrichtigkeit und Bildung wird
    mit Kritik am Scharia-Islam und
    Fiqh-Islam, an Fatwas und Hadithen
    sowie am angeblich vorbildlichen
    Leben des brutalen Feldherrn
    Mohammed einhergehen. Dazu
    brauchen wir, neben anderem,
    auch solche Gedichte.

    Jacques Auvergne

  2. Helmut Zott sagt:

    WIR KLERUS – MÄNNER

    Ein Mensch von höchstem Geistesstreben,
    ein Gottesknecht, dem Papst ergeben,
    lebt keusch, so ist es eben Brauch,
    doch Triebe hat ein Priester auch.
    Dass es im Haushalt an nichts fehle
    sorgt rastlos eine treue Seele,
    die ihn verehrt auf ihre Weise
    und Sorge trägt für Trank und Speise.
    Den Umstand kann er nicht beklagen,
    sie ist sehr fromm und füllt den Magen,
    macht täglich ihm ein Leibgericht,
    aus dem versteckt die Liebe spricht.
    Auch war das Essen nie versalzen.
    Vor Lust lässt er die Zunge schnalzen,
    denkt er nur an die Köstlichkeiten,
    die sie beliebt, ihm zu bereiten.
    Der Messwein auf dem Speisetisch
    belebt den Geist und macht ihn frisch.
    Nach dem gestillten Hungertriebe,
    vermeldet sich bei ihm die Liebe.
    Durch Wein und Pfeife froh gestimmt,
    er ungeniert sich dann benimmt
    und kann es schwerlich unterlassen,
    sie an den Hüften zu umfassen.
    Die Hände gierig vorwärts hasten,
    bis zitternd sie das Ziel ertasten.
    Erstarrt vor solchen Urgewalten,
    muss seine Köchin stille halten.
    Liebe ist für Christen Pflicht,
    demutsvoll rührt sie sich nicht.
    Doch nur der liebe Gott kann sehn,
    was da in dunkler Nacht geschehn.
    Da sie zuvor kein Mann verdorben,
    wäre als Jungfrau sie gestorben.
    Weil er die Beichte abgenommen,
    ist nichts davon ans Licht gekommen.
    Der Pfaff vergibt ihr rasch die Sünde,
    denn er weiß um die Hintergründe!
    Mit Gottes Beistand und Belieben
    ist auch ein Nachwuchs ausgeblieben.
    Himmelwärts den Blick gewandt
    hat er vor Gott die Schuld bekannt
    und freut sich, frei von Sündenqual,
    schon wieder auf das nächste Mal.
    Schön ist fürwahr der Zölibat,
    wenn man im Haus die Köchin hat.

    Helmut Zott

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  3. Helmut Zott sagt:

    WIR KLERUS-MÄNNER

    Ein Mensch besucht als Seelentröster
    im Lande alle Nonnenklöster.
    Von diesem Mönch mit Heiligenschein
    will jede Frau getröstet sein.
    Auch er genießt, um nicht zu lügen,
    die Ohrenbeichte mit Vergnügen.
    Von Heiligkeit war sie durchdrungen,
    die Nonne, die so schön gesungen
    von Liebe und von Gottes Gnade
    - für Weltlichkeit war sie zu schade.
    Weil auch der Mönch bei ihr verweilte,
    mit ihr allein die Zelle teilte,
    haben – zum Schrecken aller Nonnen -
    Zellteilungen in ihr begonnen.
    Gott teilt die Zellen, groß und klein,
    sein Name soll gepriesen sein!
    An Ohren von profanen Laien
    drang auch kein Ton von Kinderschreien.
    Die Mauern, die das Kloster schützen,
    können auch anderweitig nützen.
    Gar wunderlich sind Gottes Wege,
    besonders bei der Seelenpflege.

    Helmut Zott

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  4. Helmut Zott sagt:

    WIR KLERUS-MÄNNER

    Ein Mensch erbittet für die Armen,
    Gott möge sich der Not erbarmen.
    Der Herr Kaplan, von Gott bestellt,
    hat sich den Armen zugesellt,
    und also sprach er, gut genährt:
    „Es ist der Geist, den Ihr entbehrt.
    Beginnet nun ein neues Leben,
    bestrebt, das Herz zu Gott zu heben
    und seid zur Liebe stets bereit –
    das ist ein Akt der Heiligkeit!“
    Die Schäflein folgen ihm aufs Wort
    und pflanzen sich in Massen fort.
    Ein Bischof segnet diese Herde,
    die sich trotz Hungersnot vermehrte,
    und tröstet, wenn ein Lämmlein stirbt,
    dass es das Himmelreich erwirbt.
    Der Mensch lebt nicht vom Brot allein,
    es muss schon Geist als Aufstrich sein.

    Helmut Zott

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